Forceful Feelings II

Heinz Spoerlis armenische Ballettstars kommen zurück

Hohe Sprünge, stählerne Muskeln und ein Feuer im Blut, das für ihr Land brennt. Die armenischen Tänzer aus Heinz Spoerlis ehemaligem Zürcher Ballett kommen nach dem grossen Erfolg von 2016 zurück in die MAAG Halle und bringen eine neue Inszenierung von «Forceful Feelings» vom 13. bis 15. Juni in die Schweiz.

(Bild: zVg) Ballett auf hohem Niveau wird im Juni 2019 in der MAAG Halle Zürich gezeigt

Forceful Feelings – das sind fünf Freunde aus Armenien: Arman Grigoryan, Vahe Martirosyan, Arsen Mehrabyan und Tigran Mikayelyan. Sie alle haben in den 1990er Jahren an der Armenischen Ballettschule in Jerewan studiert, bevor sie ihre Ausbildung an einer westeuropäischen Ballettakademie vollendeten. Und sie haben während Jahren in Heinz Spoerlis Zürcher Ballett das Publikum mit ihrem kraftvollen Tanz und dem starken Ausdruck in Bann gezogen. Heute sind sie in alle Winde zerstreut, engagiert als Solisten in den weltberühmten Kompanien von Chicago, Berlin, Stockholm und München. Doch wann immer sie Zeit haben, kommen sie zusammen und erarbeiten gemeinsam Stücke, die sie mit dem füllen, was sie Forceful Feelings nennen.

Forceful Feelings – das ist auch eine Show, benannt nach der Kompanie der fünf Freunde, benannt auch nach dem Programm, das ihnen wichtig ist: starke Gefühle auf die Bühne zu bringen, auf dass der Funke auf die Zuschauerinnen und Zuschauer überspringe, ein Funke, welcher der Liebe zum Tanz und zu Armenien entspringt. Ursprünglich ging es ihnen darum, ihre Kunst zurück in die Heimat zu bringen, als Vorbild für junge Tänzer. Vom Erlös aus den Vorstellungen weltweit ermöglichten sie ihrer alten Schule dringend notwendige Renovierungsarbeiten. Seither hat sie die Lust am unabhängigen Arbeiten gepackt und nicht mehr losgelassen, eine Lust, die sie mit Kolleginnen aus ihren Kompanien teilen, den Gästen von Forceful Feelings. Eine dieser Gäste ist die Schweizerin Sarah-Jane Brodbeck, ebenfalls bekannt aus Heinz Spoerlis Zürcher Ballett und nun Solistin beim Staatsballett Berlin.

Mittlerweile verfügen die fünf Freunde über ein ansehnliches Repertoire mit Stücken von so berühmten Choreografen wie Heinz Spoerli und Johan Inger, von Freunden wie dem Tschechen Jiří Bubeníček und vor allem von Arsen Mehrabyan, der sich immer wieder armenischen Themen zuwendet. So hat er letztes Jahr zum Gedenken des Genozids in Armenien vor hundert Jahren ein Stück über den Maler Arshile Gorky geschaffen. Dieser kam 1920 als 16-jähriger Halbwaise auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung mit seiner jüngeren Schwester in die USA und machte da eine Ausbildung und Laufbahn als Künstler. Er starb 1948. Von dem Stück wird in Zürich ein Ausschnitt zu Musik von Johann Sebastian Bach zu sehen sein, dazu weitere Kurzstücke von Arsen Mehrabyan.

Der Abend bringt ein Wiedersehen mit einer Choreografie von Heinz Spoerli. «Three Couples» zu Musik von Philip Glass stammt aus dem «Sommernachtstraum» des Baslers. Ein weiteres Schmuckstück ist der Pas de deux aus Johan Ingers «I New Then» zu Musik von Van Morrison. Die Compagnie zeigt ausserdem Werke weiterer Choreografen wie Jiri Bubenicek, Maged Mohamed, Mats Ek und Arsen Mehrabyan. Absolutes Highlight des Abends aber sind die Tänzer und Tänzerinnen selbst, die zu den besten der Welt gehören.

pd

«Forceful Feelings»
MAAG Halle Zürich
13. – 15. Juni 2019
www.forcefulfeelings.ch

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