«Frau Doktor, alles was ich anschaue sehe ich verzerrt» – Teil 2

    Ratgeber: augenpraxis smartlook

    (Bilder: zVg) Es wird bei der AMD zwischen einer trochenen Makuladegeneration (links) und einer feuchten Makuladegeneration (rechts) unterschieden.

    Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht im Frühstadium keine Sehstörungen. Der Augenarzt sieht im Makulabereich Auffälligkeiten am Augenhintergrund, die sogenannten Drusen, die Einlagerungen von gelb-weisslichen, rundlichen Stoffwechselabbauprodukten entsprechen (Bild). Im Spätstadium kommt es zu einer zunehmenden massiven Sehverschlechterung.

    Es unterscheiden sich zwei Formen:
    Die trockene Makuladegeneration (a) und die feuchte Makuladegeneration (b):
    a. Die trocken Makuladegeneration: diese Form betrifft meist beide Augen. Wenn nur ein Auge betroffen ist, muss der Patient keine Veränderung im Sehen bemerken, da das gute Auge für das schlechtere Auge die Sehkraft kompensiert.
    b. Bei der feuchten Makuladegeneration ist die Wahrnehmung der Sehkraftänderung wahrscheinlicher, da es bei dieser Form zu einer relativ drastischen und plötzlichen Sehkraftveränderung kommt.

    Antioxidanzien
    Für den Sehvorgang sowie zu seinem natürlichen Schutz benötigt das Auge Mikronährstoffe. Für die Versorgung der Netzhaut (= Retina) werden Sauerstoff, Vitaminen, Spurenelementen und anderen wichtigen Mikronährstoffen benötigt, welche über viele feine Blutgefäße zugeführt werden. Die Mikronährstoffe sind zum Beispiel Karotinoide, welche im Pflanzenreich in mehr als 600 Formen vorkommen.. Diese Farbstoffe dienen den Pflanzen als effektiver Lichtschutz. Auch das Auge nutzt ausgewählte Farbpigmente wie z.B. Beta-Karotin, Lutein und Zeaxanthin. Beta-Karotin kann vom Menschen in Vitamin A umgewandelt werden, welches wiederum für den Sehvorgang benötigt wird.

    Beim Sehvorgang und im Stoffwechsel der Netzhaut entstehen Nebenprodukte, die sogenannten «freien Radikale». Verschiedene Befunde sprechen dafür, dass eine vermehrte Bildung dieser aggressiven Moleküle bei der Entstehung der AMD eine Rolle spielt. Man spricht hierbei auch von «oxidativem Stress».

    Somit gewinnt die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit der Augen stetig an Beachtung. Mittlerweile ist bekannt, dass bestimmte Lebensmittel wichtige Mikronährstoffe enthalten, wie z.B. antioxidative Vitamine, Spurenelemente und Fettsäuren, die den Schutz und die Funktion der Augen wesentlich unterstützen können.
    Die Vitamine A (in Karotten und Salat), Vitamin C (in Paprika und Brokkoli) und Vitamin E (in Pflanzenölen) sind als «Radikalfänger» bekannt. Auch die sogenannten Bioflavonoide, die in Zitrusfrüchten vorkommen, stellen wirksame Antioxidanzien dar. Spurenelemente wie Selen und Zink unterstützen die Funktion körpereigener antioxidativer Schutzsysteme. Zink ist ein Spurenelement, das vom Körper nur in geringen Mengen benötigt wird, aber für die Funktion vieler Stoffwechselvorgänge nötig ist. In der Aderhaut und in der Netzhaut des Auges ist Zink in sehr hoher Konzentration vertreten. Wie aus einigen Studien hervorging, konnten durch eine erhöhte Zufuhr von Zink bestimmte Formen der AMD verlangsamt werden.

    Therapiemöglichkeiten
    Bis jetzt gibt es keine Therapiemöglichkeit für die trocken AMD. Wenn die Diagnose eines Frühstadiums gestellt ist, können Sie einige Schritte selbst machen um die Progression etwas zu verlangsamen, indem sie speziell auf das Auge abgestimmte und vom Augenarzt empfohlene Vitaminsupplements einnehmen, sich gesund ernähren, nicht rauchen und ihren Blutdruck kontrollieren.

    Bei der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration spritz der Arzt ein Medikament mit einer feinen Nadel in der Glaskörper des Auges (sog. intravitreale Injektion). Zu Beginn einer Therapie werden mindestens drei Injektionen in monatlichem Abstand verabreicht. Danach – je nach Befund – erfolgen oft in längeren Zeitintervallen weitere Injektionen. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist häufig von lebenslangen Kontrolle mit oder ohne Wiederholung der Therapie auszugehen.
    Würde man versuchen, durch die Einnahme von Tabletten oder durch Infusionen die Situation des Auges positiv zu beeinflussen, müssten die Medikamente in so hoher Dosis verabreicht werden, dass die Nebenwirkungen für den gesamten Organismus erheblich wären.
    Die zahlreichen Arzttermine, welche für eine optimale Behandlung notwendig sind, werden von den Patienten meistens als belastend empfunden – sind aber für ein gewisses Mass an Sehqualität unabdingbar.

    Der Aufwand lohnt sich – dem eigenen Sehvermögen zu liebe.

    In unserer Praxis häufig gestellte Fragen:

    Wie schnell schreitet die AMD voran?
    Bei Patienten, die eine frühe AMD in beiden Augen zeigen, entwickelt sich ein Spätstadium der AMD bei ca. 14%. Dies meist nur in einem Auge innerhalb von 10 Jahren.
    Die trockene AMD schreitet nur langsam voran, und kann sich jederzeit in eine feuchte AMD verwandeln, welche dann rassant voranschreitet.

    Welche Nahrungsmittel helfen der Makula?
    Unsere Lebensgewohnheiten spielen bei der Entwicklung einer AMD eine wichtige Rolle. Insbesondere die Ernährung und die damit aufzunehmenden Mikronährstoffe, wie z.B. antioxidative Vitamine, Spurenelemente oder Omega-3-Fettsäuren, rücken vermehrt in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Diese zeigen sowohl positive Ergebnisse in der Vorbeugung als auch bei bestehender AMD-Erkrankung (Kapitel Antioxidantien).
    Mikronährstoff-Vorkommen: Vitamin A: Karotten, Salat, Thunfisch, Schweinefleisch – Vitamin C: Fenchel, Paprika, Spinat, Zitrusfrüchte – Vitamin E: Pflanzliche Öle, z.B. Nussöl, Distelöl, Nüsse, Haferflocken, Hühnerei – Karotinoide z.B. Beta-Karotin, Lutein, Zeaxanthin: Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Erbsen – Folsäure: Hefe, Sojasprossen, Leber – Zink: Weizenkleie, Rindfleisch, Käse – Selen: Fleisch, Eier, Fisch, Milch – Bioflavonoide: Zitrusfrüchte, Holunder – Omega-3-Fettsäuren: Kaltwasserfische wie Sardellen, Heringe, Makrelen, Sardinen, Forelle, Schwertfisch, Lachs.

    Lebensmittel, die vermieden werden sollten sind stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Schokolade, Chips, Snacks, Cakes, Pommes, «Junk Food», Margarine etc.

    Dr. Eva Vrbka


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